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Alle Fotos sind aus meinem eigenen Garten oder von Pflanzen aus meiner Sammlung

Mein Garten ist eines von mehreren Hobbys. Ich habe keine Pflanzen zu verkaufen. Private Besuche bitte nur nach vorheriger Absprache



Neuer Teil des Xerophytenbeetes 2009 angelegt

Die Kehrseite der Medaille: Gleicher Beetabschnitt am 31.01.2010

 


  Exotische Pflanzen und Odenwald passen nicht zusammen !?

Als Teil des hessischen Mittelgebirges zählt der Odenwald in ungünstigen Lagen klimatisch zur USDA-Zone 6b (regelmäßige winterliche Tiefst-temperaturen von -17,8 bis -22,4°C).
Temperaturen unter -20°C werden in meinem Garten in fast jedem Winter  erreicht. Die Winter 08/09 und 09/10 mit Temperaturen unter
-23°C waren eine extrem harte Bewährungsprobe für die meisten erst kurz vorher ausgepflanzten Exoten und haben so einige Verluste gebracht. 
Viele Exoten haben jedoch herkunftsbedingt das genetische Potenzial diese tiefen Temperaturen zu ertragen (Frosthärte). Weitaus größere Probleme bereitet ihnen unser nasskaltes Wetter, denn xerophyt bedeutet trockenheitsliebend. Besonders der häufige Wechsel zwischen wochenlangem Dauerfrost und Regenperioden bereitet ihnen Probleme.
Nur Pflanzen, die dieses Wetter ungeschützt und unbeschadet überstehen, kann man als winterhart bezeichnen. Für Exoten, die man "nur" als frosthart bezeichnen kann, ist ein Regenschutz äußerst sinnvoll, meist sogar  überlebenswichtig.



Agave neomexicana  -  neben Agave megalacantha die härteste Agave.
Es gibt einige sehr frostharte Agaven-Arten, die unsere winterlichen Temperaturen unbeschadet überleben. Regenschutz ist aber bei fast allen Arten im Winter dringend anzuraten.

Ermuntert durch einige milde Winter und Erfahrungsberichte bekannter Züchter und Liebhaber exotischer Pflanzen habe ich 2007 begonnen besonders frostharte Palmen, Yuccas, Agaven, Kakteen, Bananen und andere Exoten frei auszupflanzen.
Misserfolge blieben natürlich nicht aus, da allzu "geschäftstüchtige" Händler dazu neigen Pflanzen mit einer Fosthärte von -10 bis -15° als "absolut winterhart" anzubieten, was natürlich aus o.g. Gründen für ausgepflanzte Exemplare oft das Todesurteil bedeutet, besonders dann, wenn die Pflanzen aus Gewächshauskultur stammen und vorher noch nie Frost ausgesetzt waren.



Yucca filamentosa "Color Guard"  -  gehört zu den zuverlässig winter-harten Gartenyuccas, die absolut keinen Schutz benötigen. Panaschierte Yuccas bringen Farbe ins Beet und wirken als gestalterisches Element!

Bild unten:  die gleiche Pflanze im Januar 2010 nach Sturmtief Daisy mit extremen Schneehöhen. Auch dieses Extrem konnte ihr nichts anhaben



Der Winter 08/09 brachte hier Anfang Januar Temperaturen von deutlich unter -23° und hat besonders bei den Palmen schwere Schäden verursacht. Nach über drei Wochen Dauerfrost, davon eine Woche lang Tiefsttemperaturen unter -18°, sind einige der hier vorgestellten Exoten an ihre Grenzen herangeführt worden, einige auch unterhalb der Gürtellinie getroffen worden, besonders einige große Stammyuccas, die zum Teil noch nicht richtig akklimatisiert waren. 



Echinocereus baileyi  -  5 Jahre im Schwarzwald im Freien aufgezogen.
Sehr fosthart, mit leichtem Regenschutz ohne Schäden über den Winter gekommen, wie auch alle anderen Kugelkakteen.



Opuntia macrorhiza "Apricot"  -  herrliche Blütenfarbe und auch ohne Winterschutz an vollsonnigem und gut drainiertem Standort zu halten,
wie auch viele andere Opuntien.

Bild unten: die gleiche Pflanze im Winter mit vertrockneten Früchten.
In den Wintern 09/10 und 10/11 war sie wochenlang komplett unter der Schneedecke verschwunden





Trachycarpus fortunei `Tesan´ -  eine besonders harte Standortform der allseits beliebten und sehr harten Hanfpalme aus China. Dieser 5-jährige Sämling hat auch den ersten Winter mit -13° frei ausgepflanzt, vollkommen ungeschützt schadlos überstanden.
Die letzten beiden Extremwinter haben sie jeweils alle Blätter gekostet, aber sie hat den Blattverlust immer wieder ausgeglichen, wie alle meine frei ausgesetzten Trachys.

Palmen wirken natürlich in deutschen Mittelgebirgslagen besonders exotisch und können bei geeignetem Standort und entsprechendem Schutz einige Meter Stammhöhe erreichen, wenn sie heil über die Winter kommen.



Carduncellus rhaponticoides x mitissimus

Als Begleitpflanzen für Yucca & Co haben sich "Steingartenpflanzen" bestens bewährt. Die meisten kommen mit diesen trocken-heißen Verhältnissen gut zurecht und füllen mittlerweile bei mir die kleinsten Felsritzen. Ihre Vielfalt ist enorm und auf der Seite "Steingarten" versuche ich einen kleinen Eindruck darüber zu vermitteln.

Einen Schwerpunkt der Steingartenpflanzen bilden bei mir die Semperviven.
Sie sind wie kaum eine andere Gattung an diese extremen Verhältnisse angepasst und können durch ihre Vielfalt zu einer wahren Sammelleiden-schaft führen.

Bild unten:  Sempervivum 'Feuerrad'





Neben dem Xerophytenbeet habe ich in meinem Garten weitere Themen-beete angelegt. Hier ein Ausschnitt aus dem Orchideenbeet mit der Frauenschuh-Orchidee Cypripedium 'Gisela'
Erstaunlich viele Orchideen sind bei uns absolut winterhart und sind bei richtigem Substrat und passendem Standort eher pflegeleicht.


Ermuntert durch die exotisch anmutende Pracht der Orchideen wurde im Frühjahr ein Hügel speziell für kalkliebende einheimische Orchideen angelegt (ein Beet für "waldbewohnende" Orchideen ist in Vorbereitung)



Als weiteres Projekt wurde dieses Frühjahr der Gartenteich in ein Moorbeet umgewandelt. Schwerpunkt der Bepflanzung bilden Carnivoren, Moor-orchideen und andere Moorbewohner:






Noch nicht abgehärtete Sämlinge, Jungpflanzen, "grenzwertige" Arten und Arten mit nicht ausreichender Frost-/Winterhärte werden in Töpfen gehalten:



Im Sommer stehen meine Topfpflanzen ohne Ausnahme schutzlos auf der Süd-Terasse oder im Garten. Alle Pflanzen bleiben zur Abhärtung bis in den Spätherbst (November) im Freien. Erst bei Temperaturen unter -3° beginne ich mit dem "gestaffelten" Einräumen ins Winterquartier:

-  zunächst die Pflanzen, die bis -4° aushalten
-  später die Pflanzen, die bis ca. -10° aushalten
-  zum Schluss die Pflanzen, die bis -15° aushalten
Pflanzen, die -20° und tiefer aushalten, bleiben an einer geschützten Stelle draußen. In umgekehrter Reihenfolge werden sie dann im Frühjahr wieder ausgeräumt.

Zur Verfügung stehende Winterquartiere siehe Kapitel "Überwinterung"

Unter den verschiedenen Rubriken werde ich meine Pflanzen näher vorstellen und die bisherigen Erfahrungen bezüglich Winterhärte/Frosthärte und andere Besonderheiten beschreiben.  


© Walter Schönherr